Coffee-Infused Masters Gin Tonic

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Eins ist vielen schon lange klar: Kalt extrahierter Spezialitätenkaffee (Cold Drip Coffee) im Bunde mit einem klassischen Gin Tonic schmeckt. Und zwar richtig gut !

Spannend wird es für mich als Kaffeeröster dann, wenn ich mir erklären lasse, wie vielfältig die Kräuter- bzw. Citrusnuancen im Gin neben dem Wacholder sein können. Zack, ist die Laborratte angefixt und will wissen, welcher meiner Kaffees am Besten mit welchem Gin genau funktionieren kann ...

Klassische Unterschiede kennen viele wahrscheinlich, wenn sie an Hendricks denken, der eine sehr präsente Gurke ins Glas stellt. Das ist natürlich schon sehr enorm. Aber im Detail lassen sich schließlich - zumindest gefühlt - genauso viele Unterschiede der natürlich meistens dominierenden Zitrusnoten erkennen, wie ich das vom Kaffee her kenne.

Jetzt werden meistens sehr fruchtige - meist im natural Prozess aufbereitete - afrikansiche Kaffees verwendet. Als reinen Kaffee trinke ich diese auch am liebsten, aber - wenn ich doch einen "Schnaps" habe, der natürgemäß sehr viel Citrusgeschmack mitbringt, warum dann nicht einen Kaffee verwenden, der in der Kombination sehr gut passt, aber nicht mit den Zitronen, Limetten et cetera im Gin konkurriert?

Von daher habe ich meinen Herr Hase Kaffeeröster Papua Neu Guinea Sigri verwendet! Asiatische Kaffees haben simplifiziert die Eigenart, dass diese dem üblichen Kaffeegeschmack am nächsten kommen. Das rührt daher, dass diese meist mit einem kräftigen Körper daher kommen; sind von daher oft aromatisch längst nicht so interessant wie beispielweise ein Kaffee aus Guatemala, El Salvador, Äthiopien oder Burundi. Da der Sigri aber eine dennoch spannende Citrusnote - einfach aber präsent - produziert, war das für mich nach einigen Versuchen die erste Wahl, um diesen Kaffee für den Gin Tonic zu verwenden. Somit habe ich einen Kaffee gefunden, der aromatisch über die Zitrone eine eindeutige Schnittmenge findet, aber gleichermaßen einen phänomenalen Kaffeecharakter generiert.

Jetzt spinn ich aber nochmal weiter: Warum einen Cold Drip mit Wasser herstellen und nicht einfach den Gin durch den Dripper jagen und einen coffee infused Gin zu basteln? Gesagt - getan. Vom Vorgehen her mache ich dabei nichts anderes, als beim klassichen Cold Drip Coffee - ich nehme nur anstelle des Wassers direkt den Masters Dry Gin. Bei dem Verhältnis ist es so eine Sache - hier ist Probieren angesagt. Standardmäßig nimmt man für einen Filterkaffee 5,5 bis 6,5 Gramm. Marie vom Rotkehlchen in Münster nimmt z. B. sogar 22 Gramm (Link Rezept Mixology). Je nach Rezept und Sorten Kaffee oder Gin gibt es gustatorisch gewisse "Optimalwerte". Ich habe nach längerem Ausprobieren 12 Gramm auf 100 ml Gin verwendet.

Beim Gin ist die Wahl auf den Masters Dry Gin gefallen. Neben Kardamom und Koriander, sorgen diverse Zitrusfrüchte (Sevilla Orange, Valencia Orange, Zitrusfrucht) in insgesamt 3 Destillationsvorgängen für einen sehr harmonischen und prägnanten Zitrusgeschmack.

Für die Garnitur greife ich auf "klassichen" cold drip coffee zurück. Benutze natürlich auch den Papua Neu Guinea Sigri. Hier allerdings mit dem Verhältnis 10 Gramm auf 100 ml Wasser. Diese friere ich dann ein, und bekomme tiefschwarze Eiswürfel. Diese haben aber nicht nur einen optischen Effekt, sondern durch die Zugabe von normalen, als auch Kaffeeeiswürfeln, behält der Drink mit der Zeit seine Balance, da sich nicht nur der Drink mit dem schmelzenden Wasser verdünnt, sondern auch die Kaffeeeiswürfel schmelzen und somit ein Gleichgewischt herstellen.

Das Rezept mit dem Papua Neu Guinea Sigri gemeinsam mit Masters Dry Gin und Monaco Tonic Water soll an dieser Stelle meine präferierte Kombination sein. Gerne nachmachen, aber noch besser - selber Variationen ausprobieren. Weil diese sind dabei einfach unerschöpflich und macht obendrein wahnsinnig Spass, die Kominationen auszuprobieren und seinen persönlichen Liebling zu finden.

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Rezept:

Cold Drip - Coffee Infusion

Masters Dry Gin als Flüssigkeit für die coffee infusion - 12 Gramm auf 100 ml

Das Mahlgut im Zylinder vorher sehr gut anfeuchten mit kaltem Wasser und am Ende ein bisschen Wasser auf den Zylinder geben und circa 2 Minuten warten, damit der Gin noch ausgewaschen wird. Ich nutze hier nicht die Cold Brew, sondern Cold Drip Methode, bei der der Gin tröpfchenweise auf den Zylinder mit Mahlgut tropft, und somit langsam kalt extrahiert wird.

Cold Drip - Eiswürfel

10 Gramm Mahlgut auf 100 ml - anschließend Cold Drip Coffee einfrieren zu Eiswürfeln

Coffee Infused Gin Tonic

2 cl coffee infused Masters Dry Gin

150 ml Monaco Tonic Water

3 Kaffeeeiswürfel + normales Eis nach Belieben

 

Als Glas nutze ich am liebsten ein großes bauchiges (Bordeaux) Weinglas.

 

Cheers

Herr Hase